Alte Mopeds und Burg Wagner

Regen, alte Motorräder, Blindflug und jede Menge Spaß: Ruhrtour im November.

Es ist der 15. November 1997. Heute ist Ruhrtour. Nieselregen hat die Motorradfahrer von den Straßen aufs warme Sofa vertrieben.

Alle? Nein, nicht alle! Ein kleines Häuflein Unentwegter trotzt dem Regen und trifft sich an der Burch. Ziel soll das Motorradmuseum in Ibbenbüren sein. Wer sind die tapferen?

Es sind:

Thomas Erkes auf Yamaha XJ600
Udo Fürhoff auf seiner Wüstensau (XTZ 660)
Radbert Grimmig auf der wiedererstandenen Silverwing
Peter Köllner auf MuZ Scorpion (Agent Orange)
Henning Schanz auf der unverwüstlichen MZ ETZ 250
Heike Schymiczek auf XT 600
Thomas Peck (Feti) auf Honda Transalp
Michaela und Thomas Okonek auf BMW R80 GS

Unverzagt biegen sie auf die D*senbahn ein und eilen ins ferne Westfalen. Es ist klar, daß die Benutzung der D*senbahn zu Problemen führt: Sie sind viel zu schnell da. So müssen sie erst einmal etwas Kaffee und Kuchen bunkern.

Gleichzeitig startet in Telgte ein einsamer Motorradfahrer (/me) seine MZ. Hier verheißt der Himmel trügerische Ruhe nach Regen. (Aber nicht lange...)

Und noch ein weiterer ist unterwegs: In Dortmund besteigt Sven Müller ein Fahrzeug, dessen Typ hier besser nicht genannt wird (nur soviel: es ist _kein_ Motorrad!). Zu seiner Ehrenrettung sei gesagt, daß er auch zum Moppedmuseum will.

Schließlich treffen sich alle am Museum. Und das hat es in sich: Viele interessante (und alte) Motorräder. Eifrig werden die Details erörtert und wichtige Fragen geklärt (kann das auch einen Wheelie machen?). Motormodelle führen zu minutenlangem Ausprobieren... Netterweise erzählt der Museumseigentümer auch einiges zu seinen Schmuckstücken. Die IMHO interessantesten Stücke:

Ein Schrittmachermotorrad ohne Kupplung und Schaltung. Wheelies werden durch die Schrittmacherwalze entschärft :-(

Wankelmotorräder (Hercules W2000 "Staubsauger" und Suzuki RE5)

Ein Eisspeedway-Motorrad mit 2cm langen Spikes

Ein MZ-Eigenbau (MZ ETZ 500 E), bei der zwei 250cm³-Motoren zu einem vereinigt wurden. Henning Schanz und /me brauchen eine Viertelstunde, ehe wir weitergehen können :-)

Ein Schneemotorrad (einspuriger Motorschlitten). "Abgemeldet? Entzugserscheinungen? Selber schuld!"

Und noch 'zig weitere BMW, NSU, Triumph, Norton, Wanderer, D-Rad, Maico, Puch, Zündapp und und und...

Es hat wohl allen viel Spaß gemacht.

Daß es auf der Weiterfahrt nach Telgte wieder regnet, ist wohl klar. :-( Wegen beschlagender Visiere (trotz Antifog!) und Brillen gerät die Fahrt teilweise zur Blindflugübung. Es kommen aber alle heil an! Das Gefragteste sind dann zunächst trockene Socken und warme Plätze für Jacken, Stiefel und Handschuhe.

Anschließend werden Chili- und Biervorräte planmäßig dezimiert, Benzin geredet und viel gelacht. Die letzten verschwinden erst nach Mitternacht in der Penntüte.

Am Sonntag morgen wird erstmal ausgiebig gefrühstückt. Radbert und Peter wollen noch über Gütersloh fahren und eine Schottlandbekanntschaft überraschen. Also wird dann gegen Mittag aufgeladen. Da Udo beim Packen gründlich ist, sind die Motoren bis zur Abfahrt schon gut warmgelaufen :-)

Fazit: Zumindest uns hat es trotz des teilweise miesen Wetters Spaß gemacht (ja, auch das Fahren), eine Wiederholung (vielleicht in anderer Form bei anderem Wetter?) können wir uns gut vorstellen.

Grüße,

Stefan

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Mail: stefan@dl6dx.westfalen.de


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(c) Volkmar Wieners, Anfang 1997